Die Teezeremonie in Japan
Juni 16, 2011 at 6:55 am Hinterlasse einen Kommentar
Bei einem Sprachkurs in Japan ist der Besuch einer Teezeremonie ein Muss! Was das Ritual genau beinhaltet und welche einzelnen Schritte dabei sorgfältig durchgezogen werden – im Folgenden ein kurzer Überblick!
Die Teezeremonie aus Japan wird gewöhnlich Chanoyu genannt. Sie besteht aus einem traditionellen Ritual, das vom Zen Buddhismus beeinflusst wurde. Der grüne Matcha-Tee ist ebenfalls ein Teil dieser Religion. Der Tee wird gewöhnlich von einer erfahrenen Person wie etwa einer Geisha rund um eine Zeremonie zubereitet und dann in einer kleinen geladenen Gruppe in einem sehr ruhigen Rahmen serviert.
Wenn man vom Chanoyu spricht, spricht man von der Zeremonie, also vom Ritual selbst. Wer aber von der Doktrin oder dem Studium der Teezeremonie sprechen will, sollte den Term Sado oder Chado benutzen, der soviel wie „der Weg des Tees“ bedeutet.
Die verschiedenen Steps beim Teeritual:
- Die Teezeremonie beginnt mit einer leichten Mahlzeit gefolgt von einer kurzen Pause.
- Darauf folgt das Goza Iri, der zentrale Moment der Zeremonie, bei dem zuerst ein dickflüssiger Tee, Koïcha und daraufhin ein schwacher Tee, Usucha, serviert wird. Verschiedene Läuterungen und Gesittungen finden statt, bevor der Gastgeber fünf Mal auf einen Gong schlägt.
- Nach einer Folge minutiöser Gesten schenkt er drei Löffel Matcha in eine Schale, fügt einen Löffel heisses Wasser dazu und rührt alles mit einem Schwingbesen aus Bambus um, bis eine dickflüssige Flüssigkeit entsteht.
- Der Gastgeber stellt die Schale in die Nähe des Foyer und der Ehrengast nähert sich auf den Knien. Dieser trinkt drei Schlücke und formuliert nach dem ersten Schluck Komplimente betreffend den Geschmack des Tees.
- Er trocknet den durch seine Lippen berührten Ort mit dem Papier Kaishi, das er bei sich hat, ab und reicht die Schale dem zweiten Gast weiter, der auf dieselbe Weise vorgeht und so weiter.
- Der letzte Gast überreicht die Schale dem ersten Gast, der diese dann dem Gastgeber weitergibt.
- Insgesamt dauert die Zeremonie 4 Stunden! Eine unvollständige Zeremonie heisst Chaikai („Begegnung rund um den Tee“) und beinhaltet kein Kaiseki.
Tee meets Kultur
Bei einer Teezeremonie intervenieren auch andere Künste wie etwa die Kalligraphie, das Ikebana (Blumenkunst), das Räuchern, die Musik oder der Kimono. Vorausgesetzt ist auch ein gutes Wissen um die verschiedenen bestehenden Teesorten, weshalb das Lernen der Zeremonie oft ein ganzes Leben dauern kann!
Was meinen andere dazu?
„Das Chado Ritual ist meiner Ansicht nach eine sehr, sehr komplizierte Lehre. Für uns aus dem Westen ist es sehr schwierig, solche Zeremonien perfekt durchzuführen und dabei ruhig zu bleiben. Solche Dinge erfordern unglaublich viel Geduld.“
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